Heute in der Praxis: Giardien

Ein Thema, welches immer wieder zum Problem wird – Giardien. Giardien sind Parasiten, die den Magen-Darm-Trakt befallen. Aufgenommen werden sie durch verschmutztes Wasser (Pfützen, Eimer im Garten u.ä.) oder durch mit dem Kot ausgeschiedene Zysten anderer Artgenossen.

Das am häufigsten auftretende erste Symptom ist Durchfall.

Ein erwachsener Hund mit stabilem Immunsystem, kann Durchfall, ausgelöst von Giardien, haben, ohne weiteren Verlauf.

Ist das Immunsystem geschwächt, aufgrund einer anderen Erkrankung, Antibiotika Gabe oder wenn der Hund gerade frisch entwurmt wurde, dann können dem Durchfall Symptome wie Übelkeit, Blähungen, wenig Appetit, Bauchschmerzen bis hin zu schlechtem Fell oder gar Gewichtsabnahme folgen.

Wird der Befall erst spät erkannt, können ebenso Juckreiz, chronische Verdauungsstörungen uvm. folgen.

Ein weiteres Indiz ist schleimüberzogener/fettiger Kot, der unregelmäßig und ohne erkennbaren Grund auftritt.


Bei einmalig auftretendem Durchfall, ist nicht sofort der Weg zum Tierarzt erforderlich, sollten jedoch weitere Symptome dazu kommen, oder der Durchfall mehrmals am Tag über mehrere Tage (2-3 Tage) anhalten, ist es ratsam es einmal abklären zu lassen. Denn es betrifft nicht nur unsere Hunde, wir können uns auch damit infizieren, da Giardien mit zu den Zoonoseeregern zählen.

Was bedeutet Zoonose? Zoonose bedeutet, dass Infektionskrankheiten vom Tier zum Menschen und vom Menschen zum Tier übertragen werden können. Toxoplasmose von Katzen zum Menschen, besonders bei Schwangeren ein großes Thema, gehört u.a. auch dazu.

Wenn der Hund positiv getestet wurde, was dann?

Erst einmal, keine Panik. Der Tierarzt wird ein Präparat mit dem Wirkstoff Fenbendazol (Panacur) oder Metronidazol (Antibiotika) mitgeben.

Zu Hause werden alle Liegeflächen (Kratzbaum) gereinigt. Decken bei 65 Grad waschen und die Böden mit einem geeigneten Desinfektionsmittel reinigen. Futter und Wasserstellen täglich auskochen. Ebenso auch Katzenklos.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist, den Hundekot aufzusammeln, auch wenn man im Wald spazieren geht.

Diese kleinen Biester können in geeigneter Umgebung mehrere Tage/Wochen bis zu mehreren Monaten überleben.

Etwa 1 Woche nach der Medikamenten Gabe wird ein erneuter Test gemacht, um zu prüfen, ob der Hund frei ist von Giardien.

Es besteht auch die Möglichkeit mit Naturheilkundemitteln zu behandeln. Es empfiehlt sich hier, die Unterstützung eines Ernährungsberaters oder Tierheilpraktikers in Anspruch zu nehmen.

Wichtig ist noch zu wissen: Giardien ernähren sich von Kohlehydraten. Trockenfutter ist bei Giardien nicht der optimalste Weg der Fütterung.

2 Kommentare zu „Heute in der Praxis: Giardien

  1. Danke für diese geballten Informationen zu diesem Thema! Das hat mir in Erinnerung gebracht, wie schnell sich Vier- und auch Zweibeiner infizieren können.

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    1. Sehr gerne. Ja, leider geht es schneller als man denkt.

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